Der junge Faust. Ein Studentenspiel
von Bruckner Leon Eduard
“Faust”, ein Doktorand
“Mephisto”, der Fremde
Julchen, die Wissenschaftlerin
Cäcilia, eine Medizinstudentin
Andere
Daimone
I. Akt
1. Szene
Wien, im Burggarten. Menschen gehen hin und her spazierend. Zwei junge Damen kommen näher zu den Zuschauern:
- Wenn Athen die Burg der Gelehrten ist, und Rom die der Märtyrer, dann muss Wien die Citadelle der Ehre sein. Man kann es gleich erkennen, wenn man Ausländertypen wie die zwei dort sieht
(zeigt auf „Faust“ und „Mephisto“). Die müssen richtige Flaschenkameraden sein, oder?
- Meinst du die da
(sie versucht zu erkennen, wer das sein könnte)? Aber nicht doch, meine Liebe, das ist ja der ehrbare Doktor „Faust“!
- Nein, Cäcilia, er ist noch keinen Doktor, er hat noch zwei Jahre bis er promoviert.
- Entschuldige. Aber dann sage ich auch nicht mehr Doktor Julchen zu dir.
- In Ordnung. Wer ist aber der andere?
- Denn kenne ich auch nicht. Sieht irgendwie Italienisch aus.
- Warum, weil er so klein und dunkel ist?
(Lachen, laut)
- Na, na. Nicht doch, Julchen. Ich weiß nicht. Sag´ mal, was weißt du noch über unseren Doktor „Faust“?
- Er hat Philosophie studiert, hat sich dann aber auf eine Mischung zwischen Philosphie und Religion beschränkt. Und so ist er auch geblieben.
Lachen, halb laut.
- Jetzt aber im Ernst, bitte!
- Viel kann ich dir auch nicht sagen, meine Liebe. Ich habe einen Seminar mit ihm gehabt; ich meine nicht er hat es gehalten, Gott verhüt´, sondern wir waren Kollegen. Er hat dann auch einen Vortrag gehalten, sehr mystisch. Man hatte den Eindruck, er wollte den ganzen Saal hipnotisieren, aber dass er danach nicht wissen würde, was damit zu machen.
Lachen, laut.
- Und wo wohnt er?
Julchen schaut sie von der Seite an und sagt:
- Das ist aber eine Frage ... Irgendwo auf Mariahilfer, die Familie ist gar nicht mal so schlecht, ich weiß aber nichts genaues. Aber in der Bibliothek, da findest du ihn immer in dem Sessel neben dem Fenster, ja, im zweiten Stock. Und ein Mal im Monat isst er immer zusammen mit Professor Herbert am Hohen Tisch bei uns zusammen.
- Was meinst du, Julchen, was haben die zwei so Geheimes zu besprechen? Lass uns doch näher gehen.
Versuchen unaufgespürt vorbeizugehen an den zweien, kehren dann in einem Halbkreis zurück zum Publikum.
- Der hat mich erkannt, oder?
- Ja, er hat doch seinen Hut mit den Fingerspitzen angefasst. Und der Kleine hat mich ähnlicherweise begrüßt. Die haben doch etwas über ´ne Reise geredet, oder?
- Wirklich? Ich habe nur Delphi verstanden. Was?! Fährt der ... der ... liebe Doktor zu den Griechen? Will er wirklich den Anfang des Semesters verpassen?
- Wer ist der andere? Der scheint mir jetzt doch so bekannt, als ob ich meine ganze Kindheit mit ihm verbracht hätte.
- Keine Ahnung, aber wenn der Kobold da sein Reiseveranstalter ist, dann führt unser Doktorchen nichts Gutes im Schilde. Oder er will mit einer Kutsche aus einer Melone dorthin fahren.
- Du meinst aus einem Kürbis. Und du sagtest, er sei doch kein Doktor.
- Ist er auch nicht!
2. Szene
- „Faust“, wohin des Weges also? Kommen Sie nun mit mir nach Rom?
- Ja, ... eigentlich nicht. Ich will nach Delphi. Aber das wusstest du schon, oder?
- Delphi, da war ich schon desöfteren. Heutzutage gibt es nix mehr dort für mich.
- O, mein Lieber, das kann ich gut verstehen. Ist auch gut so. Ich fühle auch, das ich alleine hin sollte.
- Gut! Das wäre zudem geklärt! Ich werde dann eine schnellere Kutsche mieten können. Das war schnell, im Gegensatz zum anderen Sujet.
- Was? Warum?
(in Gedanken versunken) Nein. Ich habe dir schon gesagt. Ich nehme deinen mehr als großzügigen Angebot an. Ich weiß aber noch nicht wozu. Für dich ist es anscheinend egal was du machst, für mich aber nicht. Ich bin mir sicher, dass ich dir einen sehr guten Nutzen finden kann.
(zu sich) Wenn ich nur wüsste wer oder was du bist.
- Warten Sie mal, wollen Sie mir einen Pakt um den Hals legen? So ernst bin ich ja auch wieder nicht damit, hahaha! Ich habe Ihnen dochvom Anfang an die blanke und einfache Wahrheit gesagt: ich bin gelangweilt bis zum Tode und Sie sind derjenige, der mir Aufheiterung schenken kann. Geben Sie mir ein bischen Spaß und dafür stehe ich in Ihrem Dienste.
- Ich verstehe. Einen Mann wie dich erkenne ich an seinen Absichten. Nur hoffe ich, du kannst es so auf dich nehmen, wie es zur Zeit steht. Ich fahre übermorgen nach Delphi und danach, danach bekommst du deinen Job, deine Jobbeschreibung. Bis dann werde ich sicherlich wissen, welche es auch ist.
3. Szene
Delphi. Wien
An einer Kolonne hängt ein Schild: „Gnôthi seáuton!“, „Kenne dich selber!“ „Faust“ kommt des Weges und setzt sich unter dieser Kolonne.
- Er langweilt sich! Dieses ganze Land, voll von Geschichte und doch so öde. Das kann unmöglich stimmen, oder? Wer weiß schon, was Spaß haben bedeutet. Dieser komische Kerl macht mir Angst. Aber was er sagt, und wie er sich verhält ...
sieht sich um und bemerkt die Schrift. Sieht sich die Schrift aufmerksamer an. Ich bin schon da, das ist Delphi! So unauffällig steht es da! Der wird sich aber mächtig ärgern, wenn ich ihm kein Spaß anbiete. Was sage ich ihm, was gebe ich ihm zu tun? Was brauchst du, Faust?
- Das wäre geregelt: die Antwort auf diese Frage kennst du anscheinend gar nicht. Das soll er dann für dich machen – dir das besorgen, was du brauchst, wovon du aber keine Ahnung hast, dass du es brauchst.
Geht in ein Wirtshaus rein. Da trifft er auf „Mephisto“. Er geht zu seinem Tisch. Es wird Dunkel, eine Kerze wird auf dem Tisch gelegt.
- Hallo, Herr Doktor! Bitte schön, bitte schön! Da freut sich einer aber richtig, sie zu sehen. Hier entlang!
„Mephisto“ schüttelt kräftig die Hand des Doktors. Dieser ist auch vergnügt den anderen zu sehen, aber mehr verinnerlicht. Mephisto hält „Faustens“ Hand mit beiden Händen während er sagt:
- Wie war Delphi? Erzählen Sie!
- Mhm ... es ging ...
schüttelt den Kopf. Sie hatten kein Bier dort, weißt du das? Sie haben mich schließlich kräftig ausgelacht, weil ich so traurig dastand, als ich es endlich kapiert hatte. Und es war ja so heiß... Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht.
Löst sich aus den Händen seines Dieners und spricht weiter:
- Ich war fest entschloßen, dich zu bitten, mir ´ne kleine Brauerei in Delphi zu bauen...
- Hahahaha ... Und es sollte „Zum Goldenen Faß“ heissen?
Faust kapiert es nicht. Ich sehe Sie haben sich aber mächtig viele Gedanken um mich während Ihrer Reise gemacht, wie versprochen.
Lacht nicht, bleibt Ernst.
- Verzeih mir, mein Freund, es ist nur die Müdigkeit. Ich habe einen ungeheueren Auftrag für dich gefunden; ich weiß nur nicht, wie viel Spaß es dir bereiten wird.
- Her damit, mein Lieber. Ihnen zu dienen und Sie glücklich zu machen wird mir genug Spaß vorbereiten.
- Na gut, aber ich warne dich, es ist nicht so leicht wie die Brauerei.
- Haha, nicht so leicht wie die Brauerei...
- Na gut. Du hast es so gewollt. Ich sehe, so oder so, bekommst du doch deinen Spaß. Mal sehen, wie lange es hält. Ich will, dass du mir das gibst, was ich brauche, es aber nicht kenne, oder es sogar vor mir nicht zugeben will, dass ich es will.
„Mephisto“ lacht nicht mehr, sieht ihn aber ernst und bewunderungsvoll an.
- Mama mia, das ist aber ein Auftrag. Nicht so leicht wie die Brauerei, hahaha!
-
Tragisch Na, sag´ schon, armer Teufel, willst du mir also in diesem Sinne weiter dienen? Ich würde es dir nicht übel nehmen, wenn du nein sagen würdest!
- Herr Doktor, bei meiner Ehre, ich sag´
ja, aber nur wenn sie mir eine Uniform geben. Hahahaha.
Er stürzt mit der Faust auf dem Tisch.
- Eine Uniform? Das klingt komisch!
(Schaut sich um sich in das fast leere Wirtshaus um.) Was sucht die den hier?
(Er sieht Julchen und seine Freundin, Cäcilia an einem anderen Tisch.) Eine Uniform, sagst du? Ich hab´s!
Mephisto lacht schon wieder nicht mehr.
- Also, was ist? Warum schauen Sie mich denn so an?
-
Macht große Augen Ich hab´s mein Freund, ich hab´s!
- Was? Was haben Sie?
- Ich schaue gerade meine Uniform an. Und du die deine! Hahahaha!
Mephisto schaut ihn zuerst blöd an, lacht dann aber auch, weil er es nicht widerstehen kann.
- Hahaha! Ich bin Ihre Uniform, hahaha, und Sie meine ... hahaha ... das ist ja wirklich gruselig, was Sie da sagen ... hahaha ... und doch ... doch ... genial ...
Lachen weiter. Gespräch zwischen Julchen und Cäcilia, am anderen Ende der Bühne, wird hörbar.
- Cäcilchen, mir wird kalt zwischen den Schultern. Die beiden haben noch gar nichts getrunken und doch lachen sie wie zwei Verrückte. Der „Faust“ schien ein bischen mehr zurückhaltend, aber jetzt geht er über alle Maßen hinaus, er überschreitet sogar diesen kleinen, dunklen Männchen da. Was hat er wohl im Ausland getan?
- War er verreist, meinst du?
- Wie soll ich denn das wissen. Ich sag´ nur, dass der Kerl da derselbe wie im Park ist. Jetzt aber scheint ihm das Lachen ausgegangen zu sein. Der „Faust“ aber scheint heute mächtig in Schwung zu sein. Ich sag´ dir, wenn man allzuviel in der Bibliothek herumhängt, da endet man doch wie dieser hier, der hängt mit Läusen und Lumpen zusammen und tanzt mit ihnen herum. Armer Teufel! Wir müssen etwas dagegen machen!
II. Akt
1. Szene
An der Uni. „Faust“ ist „Mephisto“ und umgekehrt.
Julchen und Cäcilia stehen auf dem Korridor, neben einer Statue, Kurse und Bücher in der Hand.
- Kannst du noch bleiben oder musst du zum Kurs?
- Ich habe dir doch gesagt, dass ich noch bleibe. Was ist denn los mit dir, Julchen, du siehst müde aus?
- Ich glaube ich habe nicht gut geschlafen heute Nacht. Ich weiß nicht warum.
„Faust“ und „Mephisto“ gehen vorbei, „Mephisto“ hinter „Faust“. „Faust“ schreitet ziemlich stolz, während „Mephisto“ hin und her schaut, während er durch die Flur geht. Glaubst du, der meint es wirklich ernst, der macht wirklich einen Pagen aus der häßlichen Kreatur da?
- Was? Wie meinst du es? Bitte?
- Das hat der gestern Abend doch im Wirtshaus gemeint. Das er eine Arbeit für den armen Teufel hat. Und auch hat er gemeint, dass er seine Uniform wäre. Meinst du, es ist so ein Spielchen, und der Gnom ist eigentlich so ein esoterischer Meister, der „Faust“ etwas Geheimes lehrt? So was wie Alchemie?
- Es sieht mindestens so aus! ... Nein, was? Und ich dachte, dass du mir gestern zugehört hast! Ich habe doch so schwer versucht dir zu sagen, wie es mir geht. Wie mich dieses Treffen mit den zweien im Park überschüttelt hat, und dennoch empfinde ich keine Spur von Gefühlen. Ich weiß nicht, was es war. Ich wollte doch, dass du mir hilfst, es herauszufinden, aber du bist wirklich mehr mit den zweien beschäftigt.
- Wie meinst du, dass es so aussieht? ... Ich mache mir nur Sorgen um den armen Doktorchen. Es geht mich nichts an, aber wenn wir die Geschichte schon von Anfang an mitgekriegt haben, fühle ich als ob ich etwas für ihn tun müsste.
- Was ist mit mir?
- ...
- Du willst ja nur mehr Zeit mit den Doktorchen verbringen, stimmt´s?
- Naja, wie er aussah, weiss ich nicht, was ich sagen soll. Hast du wirklich auch gesehen, wie stolz er herumging? Und er hatte keinen schwarzen Mantel mehr an. Ich frage mich ob er noch lange bei uns bleibt, oder sich einen Platz beim Hof verschaffen möchte.
- Oder der Kleine verschafft ihm eins.
- Jaja, wer weiss! Aber der Kleine, der schien schon gestern abend nicht mehr Schritt mit ihm halten zu können und heute, heute ging er schon stumm und verbuckelt hinter ihm, auch wenn er nicht seinen Schwert zu tragen schien. Und er schaute hin und her.
Sie imitiert „Mephisto“. Ob sie sich voll betrunken haben und der Große den Kleinen dann mächtig verprügelt hat?
- Flecken hatte er nicht im Gesicht, obwohl nur das ihm noch fehlt. Ich kann es nicht verstehen, warum sich unser Doktor mit dem Kleinen zeigen lässt, was bringt ihm das? Komm, gehen wir draussen im Garten, hier ist mir ein bißchen stickig.
Gehen langsam rechts weg. „Faust“ und „Mephisto“ tauchen links auf die Bühne auf und sehen sie sich an, dann fangen an zu lachen und zu reden.
- Sie dachten wirklich, dass ich du bin, und dass du ich bist. Es hat geklappt, es hat geklappt, du bist wirklich ein nützlicher Diener.
- Was kann ich sagen:
Ich bedanke mich. Und ich gebe es auch zu, Sie haben wirklich eine hervorragende Idee vorgebracht. Ich hatte so viel Spaß gar nicht erwartet. Delphi scheint Ihnen doch ziemlich gut getan zu haben. Ich denke ich werd´ auch hin gehen, nachdem wir diese Affaire beendet haben. Oder nicht.
Wirkt bedenklich. Die Kleine schien ziemlich nett. Sie schien so nett, dass ich fast daran dachte, mir selber so einen Körper zu besorgen, sie zu heiraten und wie einen Mensch zu leben. Apropos, wie lange sagten Sie, dass wir in diesen Kostümen herumspazieren sollten?
„Mephisto“ hörte sich alles gierig an.
- Ich weiß nicht! Wie klingt das? Ich habe gar nicht daran gedacht. Und wenn ich daran denke, ist das eigentlich dein Job. Wir bleiben solange so, bis du mir sagst, was ich brauche, es aber nicht weiß, oder es mir sogar selber nicht gestehen will, dass ich es brauche.
Zu sich: Und bis ich heraus finde, was du bist, wenn kein Mensch.
In der Zwischenzeit heitert sich „Faust“ auf.
- Sie sind der Chef. Das sieht man ihnen noch ein mal an. Sie haben den Plan geschaffen und sie halten auch daran. Ich werde so wie sie sein, um mit meiner Klugheit herauszuschnuppern, was es ist, was sie sich wünschen. Also gut! Zu der Bibliothek!
Gehen links raus.
2. Szene
In der Bibliothek. „Faust“ und „Mephisto“ lesen je ein Buch, schauen aber oft hoch oder nach den Personen die vorbeigehen. Ruhig.
-
„Mephisto“ zu sich. Da muss sich einer fragen, wen er gemeint hat, Julia oder ihre Freundin? Na na, Herr Doktor, eine Zeile zurück bitte. Was ist er eigentlich? Es macht schon Spaß, ihm meine Gestalt auszuleihen, da merke ich, dass ich gar nicht so unausträglich bin; aber was für eine Macht ist das und warum legt er sie in meinem Dienste?Er ist gelangweilt... ist er eine Gottheit der Antike, die, wie früher, hin und wieder auf Erden kommt für eine Portion Spaß? Die Hässlichkeit seines Antlitzes ist sicherlich nur eine Tarnung, der Apollo ist auch dem einen oder anderen als alter Mann erschienen.
-
„Faust“ zu sich. Der Spaß unseres Doktorchen scheint mir doch mehr als einen Spaß zu sein. Ist es möglich, dass ich mit seiner Gestalt auch seine Menschlichkeit bekommen habe? Und umgekehrt? Meine Kräfte hat er sicherlich nicht, aber er scheint meine Indifferenz geerbt zu haben. Doktorchen, Doktorchen, soll ich Ihnen zum Ertränken verhelfen oder zu sich selber?
-
„Mephisto“ zu sich selber. Langweilt er sich wirklich? Was ist das für einen Grund, sich einem Wesen wie mir unterzustellen? Und, wenn ich recht denke, was bekommt er daraus? Nein, der Spaß ist nie ausschließlich das Ziel. Es ist unmöglich für einer wie mich sich mit einem wie ihn zu begeben und nur Spaß zu haben. Das muss Folgen auf mich haben, es wird mich sicherlich nicht in Ruhe lassen, oder mehr, es wird mich so sehr erhellen, dass ich zu seinem Priester und Propheten werde! Will ich nicht genau das? Den Geist finden, Der über uns alle regiert und Dem wir alle dienen sollten, nicht Er uns?
-
„Faust“ zu sich. Die Bibliothek scheint uns nicht weiterzuhelfen. Er hatte ja sein Späßchen mit den zweien, aber er wirkt jetzt immer ernster. Ihn fragen wie es weiter geht, kommt nicht in Frage. Seine Antwort hat er parat,
ich soll es sagen. Wenn ich aber denke, dass wir nur zwischen seinem Zimmer und dem Wirthaus unsere Wahl haben da trifft mich der Schlag. Der Typ ist langweiliger als der Hades, der mich schuf. Je mehr ich denke, desto unausstehlicher wirkt dieser Haupt.
Laut zu „Mephisto“. Na, Herr Doktor, gehen wir irgendwo Essen?
-
Erschreckt, leise und energisch. Nicht so laut! Und nenne mich nicht „Doktor“. Ich bin doch „Mephisto“.
„Faust“ erschreckt auch ein bißchen und dann streckt den Ohr zu „Mephisto“. Ja, gehen wir Essen, das alles wirkt irgendwie zu alltäglich und macht mich trübe. Jetzt dass du da bist, sehe ich, dass ich wirklich gar nicht so viel gebraucht habe. Meinst du auch, dass ich deshalb nicht wusste, was ich brauche?
- Kommen Sie, nehmen Sie es doch nicht so tragisch. Um ehrlich zu sagen, ich hatte eine viel bessere Zeit in Rom. Es liegt nicht nur an Sie, die ganzen Menschen hier sind so steif, so gerade, so ehrbar. Ich würd´ fast sagen, was Sie wirklich brauchen ist einen Pass, einen vollen Koffer und eine Zugkarte nach Süden.
- Danke, mein Freund, ich danke dir recht herzlich. Das sind nette Worte, die von dir kommen. Die Schuld hätte ich nicht lange tragen können sowieso. Und ich denke, dass ich vielleicht es auch brauche, dass man mich in ein anderes Land bringt, wo sie alle nicht so sehr ans Kleid und ans Ersehen hängen. Lieber Freund, ich muss dir gestehen, dass mir dieses kurze Wortwechsel den Geist schon erheitert hat und ich bin bereit für ein gemeinsames Mittagessen. Gehen wir und lassen wir die toten Seiten der Verstorbenen!
3. Szene
Bei einem Tisch in der Mensa. In einer anderen Ecke (wieder die Entgegengesetzte, aber beide nahe zu den Zuschauern) sitzen Julchen und Cäcilia.
- Ich fühle mich so wohl, „Meph...“, ich meine „Doktor“! Ich fühle mich so frei. Ich war noch nie zu dieser Stunde hier. Und, wenn schon, dann entweder mit Professor Herbert oder mit mindestens vier Büchern unter dem Arm. Ich war hier noch nie mit mir selber, hahaha!
Das Lachen ist sogar ein bißchen fröhlich. Sie sind eine höchst interessante Gesellschaft, lieber Doktor!
-
„Faust“ fängt an mitzumachen. Ah, lieber „Mephisto“, du bist mir ja einer. Mit dir schäme ich mich auch nicht in der Gesellschaft.
Spricht mehr zu „Mephisto“ als zu den anderen. Aber jetzt im Ernst, Sie scheinen sich auf einmal gut zu amüsieren. Vielleicht ist das was Ihnen gefällt. Ich muss es auch jetzt gestehen, einen Spaßvogel schienen Sie bis jetzt nicht zu sein. Ich verspreche Ihnen aber, ich werde weitermachen und Ihnen mehr davon verschaffen, auch wenn Sie mächtig viel Progress für einen Tag gemacht haben.
"Mephisto" lächelt nur.
- Erlauben Sie mir aber zu fragen, warum Sie sich genau das gewünscht habe?
- Nehmen wir es als eine Pause. Wie viele Menschen können es sich leisten, da zu sein, ohne es wirklich zu tun. Ich meine, wenn ich es mir wünschen würde, könnte ich morgen nach Rom fahren und dich bitten für mich hier zu sein. Ich wäre schliesslich der erste Mensch in der Geschichte, der seinen Doktor persönlich in absentia bekommt ... Na! Ich fange an selbst zu spüren, wie dumm das ist. Nein, du musst nichts sagen.
Schaut um sich herum. Kennst du die da?
Er zeigt dem „Faust“ die Julchen. Sie ist einer der besten jungen Wissenschaftler an dieser Universität. Aber sie ist arrogant, selbstbewusst und eine Frau. Und mehr als das, sie mag meine Wissenschaft gar nicht.
- O, Herr Doktor! Sie überraschen mich aber. Woher wissen Sie denn so viel über sie?
- Wir waren einmal Kollegen in einer Veranstaltung. Mir hat ihr Vortrag am meisten gefallen. Ich will Sie haben, „Mephisto“!
- Hahaha!
Langsamer Lachen, bedenklich. Nicht mal jetzt verstehen Sie es, oder? Na gut! Jetzt gleich? Heute Abend?
-
„Mephisto“ dreht den Kopf überrascht zurück zu ihm. Was? Nein! O, nein! Wie? Nein, lieber nicht.
- Ich habe Sie in mich verwandelt mit einem Augenzwinker. Denken Sie, dass ginge nicht?
- Ich frage mich, was ich damit machen würde, wenn ich so etwas besäße? Sag´ mir „Faust“, warum glaube ich, dass ich nichts tun würde?
- Doktor, Doktor! Sie werden immer klüger! Jetzt fragen Sie mich nicht mehr, was es ist, dass Sie brauchen, Sie fragen mich warum brauchen Sie nicht das und das.
- Und du, mein Mephisto, du hast nur eine Kraft: mich immer wieder zu reflektieren, statt etwas für mich zu machen!
- Ob es daran liegt, dass ich Ihre Gestalt genommen habe?
- Wer weiß, vielleicht lerne ich doch etwas daraus, wenn ich dich beobachte wie du mehr und mehr wie ich wirkst. Nein, dass ist ja die Idee!
- Ohoho! Ich fange an sie zu kennen, Herr Doktor! Das klingt ja fast diabolisch, was Sie da tun!
- Wenn es nicht diabolisch ist, dann fühlt es sich mindestens so! Ich möchte, dass
du ihr den Hof machst. Aber du musst nur das machen, was ich dir sage.
- Sie sind mir aber einer, Doktor. Sie servieren mir eine Portion jeden Tag. Gestern war es die Uniform, heute ist es die Frau. Mir kommt es ja so vor, dass Sie hier ein bißchen die Spielregeln ändern. Und das ist gar nicht fair.
- Wieso?
„Faust“ sieht den „Mephisto“ genau so intensiv an, als ob er an etwas ganz Kluges gedacht hätte.
- Das sieht mir aber nicht gut aus, wie du mich da so anschaust. Wenn einem ein Teufel wie du so anstarrt, da müsste einem ja schon das Blut in den Adern frieren, oder?
- Haha, nicht mehr als der Meine bei ihren cleveren Einfällen! Was ich meine ist, dass Sie mir bis jetzt nichts zahlen müssen für meine Dienste. Wenn Sie sich aber das wirklich wünschen, was Sie gesagt haben, dann will ich folgendes als Entgelt: Ich will, dass sie für mich der Freundin Ihrer Julia den Hof machen.
„Mephisto“ kann seinen Mund nicht schliessen. Er schaut sie an als ob er sie beide dem Teufel für nichts verkauft hätte.
- Was ... Was willst du von ihr? Wozu brauchst du sie?
- Wozu ich sie brauche? Wozu? Woher soll ich dass wissen? Keine Ahnung. Ich weiss nur, dass ich sie brauche. Ist das nicht mehr als Sie wissen, Herr Doktor?
-
Faust regt sich ein bißchen ab. Na, ich weiss nicht, was ich sagen soll. Ich will dich nicht verletzen, aber das sieht mir ja so aus, als ob du sie beide bekommen würdest mit einem Händedruck.
- Doktor, Doktor! Was halten Sie denn von mir?
Mephisto sagt nichts.
- Ich muss nachdenken. Das ist mehr als ich ertragen kann. Wie weit es an einem Tag schon gehen konnte? Wie ist es denn dazu gekommen? Ach, mein Lieber, diesen Tag werde ich sicherlich niemals vergessen. Aber ich weiss noch nicht. Lass uns hier weggehen, gehen wir im Burggarten spazieren und da werde ich meine Gehirne atmen lassen. Danach kommt sicherlich eine Idee.
III. Akt
1. Szene
Auf einer Bank im Park. „Mephisto“ und Cäcilia.
- Entschuldige wenn ich das so sage, es ist ein bißchen merkwürdig für mich, mit dem Pagen eines Kollegen alleine zu sitzen. Aber du scheinst belehrt und bewandelt zu sein und hast so viele entzückende Geschichten, dass ich die Julchen gar nicht beneide, wenn Sie die Zeit mit deinem Herren verbringt.
- Haben Sie jemals
Jacques le fataliste gelesen? Das ist mein Lieblingsbuch, weil man kann sehen wie der Diener, in seiner Welt, auch Adelig ist unter seinen Mitmenschen, nur auf einer anderen Art. Ich denke, dass man eher sich dem Menschen anschauen sollte und nicht seiner Herkunft.
- Jaja, ich erlaube mir auch noch das zu bemerken, wenn du schon so offen über solche Sachen bist. Ich freue mich zu sehen, dass du dich so geputzt hast. Verstehe mich nicht falsch, bitte! Weißt du, ich habe dich schon früher mit dem „Faust“ gemerkt und nicht nur an der Uni, auch im Park.
- So, das überrascht mich, dass sich jemand wie sie um mich Gedanken gemacht hat.
- Und ob ... ich werde auch offen zu dir sein und dir sagen, du hast damals im Park einen ziemlich starken Eindruck auf mich hinterlassen. Es fühlte sich so an, wenn du mich angeschaut hattest, als ob du mich bis in das Tiefste kanntest, aber so, wie jemand der sein Leben mit mir verbracht hatte.
- Sagen Sie mir, Fräulein Cäcilia, was studieren Sie?
- Ich studiere Medizin. Mein Vater ist Medicus und ich habe ihm immer beigestanden, seit der Zeit als er es erlauben konnte. Ich mag nicht nur den Beruf, ich mag auch ihn so sehr, dass ich so viel wie möglich wie ihn werden will. Wenn nichts anderes klappen würde, könnte ich immer zurück nach Budapest in die Praxis meines Vaters kehren.
- Wie tragisch Sie es aber betrachten, Cäcilia?
- Denken Sie? Es mag ja auch stimmen. Ich weiß nicht. Schluß damit! Was ist mit Ihnen, ich meine, ich weiss dass Sie in „Faustens“ Dienste stehen, aber woher kommen Sie, was haben Sie bis datto gemacht und, vielleicht, wem haben Sie noch gedient?
- Hmm! Die Frage freut mich sehr. Wissen Sie, dass mein Herr mich das nie gefragt hat? Ist das nicht naiv von ihm?
- Naiv kann es sein. Oder vielleicht ist er klug genug um die vielen guten Sachen in dich zu erkennen.
-
Macht ein Zeichen der Dankbarkeit. Sie sind zu nett, Cäcilia. Also, was mich anbetrifft, ich komme aus Rom ...
Cäcilia kichert.
- Bitte?
- Nichts. Entschudige, bitte sag´weiter.
- Ich war in Rom geboren ... naja, ein Paar Jährchen früher als Sie, wenn ich das so sagen kann. Wir sind dann aber nach ein Paar Jahre nach Venedig umgezogen und dort habe ich kontakt mit der wahren Europa gehabt, Sie wissen schon was ich meine. Meine Eltern haben dann beschlossen, aus mir einen
majordome zu machen, den Besten den es gab. Naja, die Eltern wollten das für mich, ich war noch jung und folgte ihren Ratschlägen. Ich habe dann mehreren Familien aus ganz Europa gedient, bis ich dann schliesslich nach Wien kam. Mein letzter Herr war frühzeitig gestorben und die Familie hatte entschieden, dass meine Dienste nicht mehr nötig waren, obwohl wir uns sehr gut vertrugen. Ich hatte genug Geld um mir den ersten richtigen Urlaub in meinem Leben zu leisten und Wien, wo ich bis jetzt noch nie gewesen bin, war mein Ziel. Nach ein Paar Wochen aber wurde mir ziemlich öde, ich wusste nicht, was ich anfangen sollte und kam kurz zu der Entscheidung, ich müsse mir einen neuen Job verschaffen, nicht des Geldes wegen, aber, wie gesagt, für die Beschäftigung. Wenn man von jung an schon so sehr ans Arbeiten gewöhnt ist, kann einer nicht mehr wegkommen. Natürlich wäre es unrecht von mir zu behaupten, dass die Arbeit die ich hatte so schwer wäre. Es hat seine Vorteile und Nachteile, wie jeder Job, aber einen Vorteil ist, dass man viel Freizeit hat und diese in einem Haushalt verbringen kann, wo man sich fast wie Zuhause fühlen kann. Es wird einem nie langweilig. Das habe ich dann gesucht, indem ich in Herrn Faustens Dienste eingetreten bin, obwohl es mir klar war, dass es eine neue Sache sein wird, einem Junggesellen zu dienen. Ich hätte nie erträumt, dass ich dann auch noch die Gelegenheit bekommen werde, mit solch einer hübschen jungen Dame ein bischen Zeit zu verbringen. Ja, ich muss gestehen, es scheint sogar mehr Spaß mit dem Junggesellen als mit den Familisten zu machen.
- Ich denke ich kann gut sehen, was uns ähnlich ist; wir sind beide sehr praktische Personen, auch wenn ich genau so wenig Lebenserfahrung habe wie viel du besitzt. Aber entweder du noch ich, wir sind nicht solche hohen Geister wie unsere zwei Doktoranden. Denkst du nicht auch?
- Doch, ich bin ganz einverstanden. Hier haben Sie vollkommen Recht.
- Wobei, ich mich nicht entscheiden kann, wie ich dich besser mag, wie im Park, wo du mysterös und allwissend schienst, oder wie jetzt, wo du wie ein Vater für mich wirkst.
2. Szene
„Faust“ und „Mephisto“ in „Faustens“ Zimmer. Jeder ist wieder er selbst.
- Gott sei Dank, dass wir in diesem Raume wieder wir selbst werden. Ich will nichts Schlimmes behaupten, mein Freund, aber meine Parallelexistenz fing schon seit früh nachmittags solch einen Druck auf mich zu üben, du kannst es dir nicht vorstellen.
- O doch, ich weiss was Sie meinen, bei mir ging es genau so. Auf der einen Seite konnte ich das schöne Geschöpf so gut verzaubern mit Geschichten über Ihnen, als ob ich wahrhaftig Sie selbst war. O, und ich konnte so viel in Ihren Augen lesen, das können Sie sich gar nicht vorstellen, Herr Doktor. Ich könnte Ihnen jetzt nicht nur eine ganze Diagnose über Ihre Lage diktieren, sondern sogar den vielerwarteten Rezept verschreiben. Wie haben Sie es denn gewusst, dass es so schnell dazu kommen wird?
- Ich weiss nicht, ob ich dich richtig verstehe, Freund. Bei mir war es aber ganz anders. Ich suspektiere, dass du dir Zugang zu meinen Erinnerungen verschaffen hast, aber dasselbe war unmöglich für mich. Also habe ich eine ganze Lebensgeschichte für dich geschaffen. Und die Cäcilia, sie öffnete sich bis zum Schluß so sehr, dass sie alles sagte und auch sehr verständlich, nicht in dieser komischen Frauensprache, die sie ansonsten immer benutzen, um die eigenen Gefühle zu verstecken und die deinen zu verwirren.
- Ja-ja, mein Doktorchen, Sie brauchen mein Rezept, jetzt sehe ich das ein. Ach, das ist ja so schnell vergangen, ein Tag bis Sie mit der Idee gekommen sind, eine Woche bis wir je eine Dame am Arm durch die Gegend geführt haben. Was denken Sie, Herr Doktor?
- Ich denke, dass du auch ein Rezept von mir willst, so wie du nach dem ersten Tag auch verlangt hattest, nicht? Ich denke, ich denke, dass wir einander nicht brauchen.
- Was? Wie meinen Sie dass?
- Siehst du es nicht ein?
- Hmm ... es ist leicht für mich zu sehen, dass ich Sie nicht brauche.
- Ich brauche dich auch nicht, mein Lieber. Das heißt aber nicht, dass ich dich nicht gebraucht hatte. Das wäre ungerecht dir gegenüber. Dank dir und nur dir hatte ich die Möglichkeit nicht mehr ich selbst zu sein und mich selbst doch noch weiterhin betrachten zu können. Wer könnte mir noch solch eine ... eine ... existenzielle Pause verschaffen, solch einen unklinischer Tod?
- Na, das Cäcilchen vielleicht?
- Du weißt nicht, was für eine Wahrheit du da sagst, mein Freund.
- Ich verstehe Sie aber weiterhin nicht genau. Was wollen Sie denn machen? Was geht Ihnen durch den Kopf? Und wollen Sie wirklich nicht wissen, was bei meinem Treffen mit Julia passiert ist?
- Lieber Freund, nein, eigentlich nicht. Weil es für mich unmöglich wäre, an zwei Orten zur selben Zeit zu sein. Und weil ich dir inzwischen vertraue.
- Das sollten Sie aber nicht machen, Herr Doktor.
- Doch, das mache ich. Und ich vertraue dir soviel, dass ich dir Cäcilia verspreche, wenn du Sie noch haben willst. Ich weiß, dass du weißt, dass sie, wie jeder von uns, ihre Freiheit hat und dass du nie darüber hinweg schreiten kannst. Du kannst sie nicht nach deiner Art ändern, aber du kannst dich selber nach ihrer formen, wenn du sie wirklich haben willst. Und das, das ist wirklich eine gute Lektion, für uns beiden.
- Nein, keine für mich. Denn sowas kann ich nicht machen.
- Meinst du, dass es keiner von euch je gewagt hat?
- Und das, das werden Sie nie von mir erfahren, Herr Doktor.
- Mir dünkt es, dass es mehr als einer in der Vergangenheit getan haben. Naja, was soll´s, das Leben geht weiter.
- Und Sie wollen gar nichts von mir wissen, gar nichts?
- Nein, mein Freund. Und wenn du möchtest, dass wir noch weiterreden und einander noch Freund nennen können, dann mach es bitte so, dass ich meine Gestalt von nun an auch ausserhalb dieses Raumes behalten kann.
- Wie Sie meinen, wie Sie meinen. Das ist gar nicht schwer zu machen. Ich muss gar nichts an mir ändern, nur an Sie.
- Was heißt das? Warte, das wirst du mir sicherlich auch nicht sagen.
- Das wissen Sie schon.
- Nein, ich weiß es nicht. Denn, wenn du Recht hast, dann muss
ich etwas an
mich ändern, um ich selber zu bleiben, oder?
- Ja, Sie müssen es nicht mehr von mir verlangen. Naja, ich denke dass es Zeit ist, mich zurückzuziehen. Ich glaube, mit ihrer Erlaubnis, dass ich meinem Dienst bei Ihnen erfolgreich abgeschlossen habe.
- Das hast du wohl, mein Freund, das hast du wirklich erfolgreich durchgeführt. Aber ich gebe dir meine Erlaubnis nicht, ohne ein Versprechen, dass du mich bald besuchen kommst, sofern dich deine Flügel auch hierher bringen würden.
- Das sagen Sie als ob ich eines Tages zugeritten an Ihrer Pforte klopfend wieder in Ihrem Leben zurückkommen könnte.
- Na, wenn nicht so, dann finde eine andere Art es zu tun. Es würde mich sehr freuen.
- Mich auch. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass ich es versuchen werde. Au revoir, mein Doktor.
- Au revoir, mein Freund.
3. Szene
Hades.
„Mephisto“ sitzt auf einem Stein.. Andere Gestalten gehen um ihn herum oder sitzen auch an verschiedenen Stellen. Einer kommt zu ihm.
- Sag´ mal, warum hast du zu ihm gesagt, dass du Mephisto heisst?
- Habe ich nicht.
- Ich meine, wir alle wissen, wer das ist, oder?
- Er wusste es auch
- Und du hast wirklich versucht, mit ihm den
Faust zu spielen?
- Ich weiß nicht warum, aber es hat sich echt gut angefühlt, als ich sah dass er nicht nur mir gar nicht vertraute, aber dass er sogar Angst vor mir hatte.
- Aber der, der hat es echt für ernst genommen, oder?
- Ja-ja. Der hat wirklich versucht, mit dem Teufel zu spielen.
- Wie, mit dem Teufel?
- Ja. Sie glauben ja nur an Gott und den Teufel.
- Und dann?
- Keine Ahnung. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie er denn das alles schaffen konnte, ohne genau zu wissen womit er handelt.
- Das verstehe ich nicht.
- Der ist kein richtiger Faust. Vielleicht hätte ich es mit einem Alten versuchen müssen. Aber er hat mir besser gefallen.
- Dir ging´s ja auch nicht mal so schlecht, oder? Mit dem Jungen herumspazieren hieß ja auch die jungen Damen bewundern und eine sogar Treffen.
- Ja, das stimmt. Und er wollte gar nicht wissen, wie es war. Aber für mich war es wunderschön. Sie schien so zerbrechlich, und dennoch sah man in ihren Augen, dass sie alles wusste.
Während der ganzen Szene kann man in der anderen Ecke der Bühne Faust und Cäcilia zusammen sehen.
FINIS.
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